Beschichtungseigenschaften beim Holzschutz

Holzbeschichtungsmaterialien sind wie Hochleistungssportler: hochspezialisiert und äußerst leistungsfähig. Um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen, müssen Holzbeschichtungen ganz spezifische Eigenschaften haben. Hier erfahren Sie, worauf es ganz besonders ankommt!

Um eine lange Haltbarkeit eines Anstrichs zu erreichen ist es unbedingt notwendig, vor dem Auftragen des Renovierungsanstrichs das durch Licht und Wasser abgebaute Holz zu entfernen. Es gibt keine Grundierung, die eine abgewitterte Holzoberfläche wieder perfekt macht. Erfolgt die Renovierung bevor der Anstrich schon stark abgebaut ist, so genügt eine Reinigung der Oberfläche. Der Abbau einer Farbschicht hängt im wesentlichen vom Festkörpergehalt des Produktes und dem verwendeten Bindemittel ab. Bei vielen lichtdurchlässigen Lasuren liegt der Festkörpergehalt bei 20 Prozent oder darunter. Das bedeutet, daß der Schutzfilm, der nach dem Trocknen des Holzes übrig bleibt, nicht ausreichend ist. Bei den Bindemitteln unterscheidet man Alkydöl-Bindemittel und acrylhaltige Bindemittel.
Alkydöl hat viele gute Eigenschaften. Unter Lichteinwirkung brechen Alkydbindemittel jedoch schneller zusammen als das Akrylbindemittel, welches durch Licht nahezu unzerstörbar ist. Kombinationen von diesen beiden Bindemitteltypen haben sehr gute Eigenschaften hervorgebracht. Wichtig sind für eine gute Beständigkeit weiterhin eine gute Elastizität, eine ausreichende Pigmentierung (Schutz gegen sichtbares Licht) sowie eine gute Wasserdampfdurchlässigkeit der Farben.

 

Eindringtiefe (Penetration)

Die Eindringtiefe ist ein qualitätsentscheidendes Kriterium, zum Beispiel für den Bläueschutz oder generell für eine Imprägnierung. Maßgeblichen Einfluss auf die Penetrationsfähigkeit hat die Bindemittelbasis des Produktes. Eine echte Alkydharz-Lösung dringt wegen der wesentlich kleineren Moleküle (bis ca. 10 nm) deutlich tiefer in die Holzporen ein als zum Beispiel Acrylate, die kolloidal gelöst oder emulgiert in Molekülgrößen zwischen 100 und 1.000 nm vorliegen (siehe Abb.).

Diffusionsfähigkeit/Feuchtigkeitsregulierung

Überall dort, wo Feuchtigkeit über unvermeidliche Konstruktionsfugen in das Holz eindringen kann, sollte der Feuchtigkeitsausgleich durch die Beschichtung sichergestellt werden. Das gilt insbesondere für alle nicht maßhaltigen und begrenzt maßhaltigen Bauteile wie Zäune, Verbretterungen und Dachuntersichten. Für die Beschichtung von Fachwerk sind klare Anforderungen hinsichtlich des Wasserdampf-Diffusionswiderstands definiert – ein Sd-Wert von _ 0,5 m, gemäß WTA-Merkblatt 8-7-98/D: Beschichtungen auf Fachwerkwänden – Holz. Bei diesem Wert kann das über die Konstruktion eingedrungene Wasser weitgehend ungehindert herausdiffundieren.

Langzeitschutz ohne Versprödung

Maßhaltige Bauteile wie Fenster und Außentüren verlangen der Schlussbeschichtung – neben einer hohen Diffusionsfähigkeit – ganz spezifische Eigenschaften ab. Erforderlich ist ein dauerhafter, hochwertiger Schutzfilm, der vor Wetterbeanspruchungen und UV-Strahlen schützt, ohne zu verspröden und abzublättern. Extrem schnell trocknende (härtende) Produkte neigen eher zum Verspröden und Abblättern – verbunden mit einer entsprechenden Beeinträchtigung des Langzeitschutzes.

 

Dehnfähigkeit des Anstrichfilmes

Eine gute Dehnfähigkeit des Anstrichfilms ist eine wichtige Anforderung an die deckende Beschichtung nicht maßhaltiger Holzbauteile. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die Bauteile und damit auch die Beschichtungen sind erheblichen Quell- und Schwindbewegungen unterworfen. Hier erzielen Dispersionslackfarben aufgrund der Bindemittelbasis die besten Ergebnisse.

 

UV-Schutz im Außenbereich

Neben dem Schutz vor Feuchtigkeit braucht Holz insbesondere im Außenbereich Schutz vor UV-Strahlen.Denn UV-Strahlen bauen den wichtigen Holzbestandteil Lignin ab. Die Folge: Das Holz vergilbt und vergraut; bereits vorhandene, UV-durchlässige Anstriche verlieren ihre Haftung und platzen ab.

 

 

UV-Schutz

Deckende Beschichtungen garantieren natürlich den höchsten UV-Schutz. Bei der Verwendung von Lasuren im Außenbereich sind unbedingt mittlere bis dunkle Farbtöne auszuwählen. Besondere Lasuren sind mit speziellen Pigmenten ausgerüstet, die dafür sorgen, dass die UV-Strahlen das Holz nicht erreichen und die nächste Renovierung länger auf sich warten lässt als bei herkömmlichen Lasuren.

 

 

 

 

 

 

UV-Schutz im Innenbereich

Nicht nur außen, sondern auch im Innenbereich wirkt sich die energiereiche UV-Strahlung negativ aus. Unschöne Farbton-Veränderungen, die spätestens beim Möbelrücken sichtbar werden, sind die Folge. Mit den neuartigen UV-Absorbern für den Innenbereich hat Brillux eine Technologie entwickelt, die ein Nachdunkeln bzw. Vergilben des Holzes weitgehend verhindert.

Optimal wirken die mit UV-Absorber ausgerüsteten Klarlacke auf wasserbasis, wenn sie auf zuvor unbehandelten Flächen verwendet werden, da hier der ursprüngliche Farbton noch erhalten ist.

Im Außenbereich allerdings bieten Klarlacke – wie auch farblose Lasuren – wegen der zusätzlichen Beanspruchung durch Witterungseinflüsse nach wie vor keinen ausreichenden UV-Schutz.

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